Kinderzimmer-Schräge-gestalten

Ecke mit Potential. Kreativ und gemütlich: So planen und gestalten Sie eine Schräge im Kinderzimmer.

Im Kinderzimmer die Schräge gestalten – das ist für viele Eltern zunächst eine Herausforderung. Dachschrägen rauben wertvolle Stellfläche und lassen den Raum oft beengt wirken. Doch das Gegenteil ist der Fall: Schrägen bieten ein enormes Potenzial, um aus einem einfachen Raum eine gemütliche Höhle, eine fantasievolle Spielzone oder einen geschützten Rückzugsort zu machen. Mit cleveren Ideen und der richtigen Planung wird die Dachschräge zum größten Pluspunkt im Kinderzimmer.

3 Grundregeln für die Gestaltung der Schräge im Kinderzimmer.

Um das volle Potenzial einer Schräge im Kinderzimmer auszuschöpfen und spannend zu gestalten, sollten Sie diese drei Punkte beachten:

1. Die Farbwahl: Helle Töne für Weite.
Gerade unter dem Dach ist natürliches Licht oft begrenzt. Dunkle Farben lassen den Raum kleiner wirken. Streichen Sie die Dachschräge selbst, die Decke und den Kniestock (die niedrige Wand unter der Schräge) in hellen, freundlichen Farbtönen wie Weiß, zartem Grau oder Pastellfarben. Helle Farben reflektieren das Licht und lassen den Raum optisch größer und offener erscheinen.

2. Der Stauraum: Flach und nach Maß.
Nutzen Sie die Fläche unter der Schräge optimal, indem Sie auf niedrige Möbel setzen. Perfekt sind:
Kommoden und Sideboards, etwas niedriger als Höhe des Kniestocks.
Stufenregale oder einzelne Boxen, die sich der Neigung der Schräge anpassen.
Einbaumöbel vom Schreiner, die den Raum bis auf den letzten Zentimeter ausnutzen.

3. Der Funktionsbereich: Gemütlichkeit als Konzept.
Platzieren Sie gemütliche Bereiche des Kindes dort, wo die Schräge am niedrigsten ist:
Schlafplatz: Ein Bett direkt unter der Schräge schafft eine kuschelige, gemütliche Höhlenatmosphäre, die Kinder lieben.
Leseecke: Eine Matratze oder Sitzsäcke unter der Schräge mit vielen Kissen und einer Lichterkette machen diesen Bereich zum geschützten Lese-Paradies.
Spielebene: Flache Aufbewahrungskisten und eine große Spielmatte schaffen hier eine Fläche für kreatives Spielen, die nicht von Möbeln verstellt wird.

Nice-to-know: Kreative Ideen für die Schräge im Kinderzimmer.

Lichterketten als Himmelszelt: Befestigen Sie Lichterketten zickzackförmig entlang der Schräge. Eine Stimmung wie unter einem klarer Sternenhimmel hält in den Abendstunden Einzug.

Wand-Tattoos: Da große Wandbilder schwierig anzubringen sind, kleben Sie einzelne kleine Wand-Tattoos (Sterne, Wolken, Flugzeuge) direkt auf die helle Schräge. Das lenkt den Blick, ohne zu erdrücken.

Die Spielküchen-Nische: Wenn die Schräge eine kleine Nische oder Gaube bildet, können Sie diese ideal für eine Kinderküche, einen Kaufladen oder eine Puppenwohnung nutzen. Das schafft einen eigenen, klar definierten Spielbereich.

Der Vorhang-Trick: Montieren Sie eine Gardinenschiene unter die Dachschräge. Mit bunten Vorhängen können Sie einen Stauraum unter der Schräge blickdicht verschließen. Das sorgt für optische Ruhe und versteckt das Spielzeug-Chaos.

Mini-Bibliothek am Kniestock: Nutzen Sie die niedrige Höhe des Kniestocks für schmale Wandboards. Montieren Sie diese direkt an der niedrigen Wand, um Kinderbücher mit dem Cover nach vorne zu präsentieren. So wird der Bücherbestand zu einem bunten, schnell wechselnden Dekoelement.

Der Tipi-Effekt: Hängen Sie leichte, transparente Stoffbahnen unter die Dachschräge. Befestigen Sie den Bahnen nur alle 100 cm. Zwischen den Befestigungspunkten lassen sie die Bahnen in einem leichten Bogen nach unten hängen. Fertig ist die romantische Tipi-Atmosphäre. 

Optische Gliederung mit Linien: Um die Schräge zu betonen, ohne sie dunkel zu streichen, verwenden Sie Klebebänder (z.B. Washi-Tape mit Mustern). Kleben Sie damit geometrische Muster wie Dreiecke, Rauten oder parallele Linien direkt auf die Schräge. Das schafft charmanten, gemütlichen Look.

Glossar: Wichtige Fachbegriffe

  • Kniestock (oder Drempel): Der Kniestock ist die niedrige, senkrechte Wand, auf der die Dachschräge beginnt. Seine Höhe (z.B. 50 cm oder 120 cm) ist entscheidend für die Wahl der Möbel.
  • Giebelwand: Die Giebelwand ist die gerade, meist dreieckige Wand an der Stirnseite des Hauses (dort, wo oft ein Fenster ist). Sie bietet sich für hohe Möbel wie den Kleiderschrank oder als Akzentwand an.
  • Gaube: Ein Dachaufbau mit eigenem Dach und senkrechtem Fenster. Gauben unterbrechen die Dachschräge und schaffen wertvolle, gerade Flächen, die sich hervorragend für Schreibtische oder kleine Betten eignen.

Der Blue Wall Profitipp

Gerade weil das Gestalten der Schräge im Kinderzimmer eine Herausforderung darstellt, sollten Sie auch die Wände als Platz für kreatives Spielen nutzen. Die gute alte Schiefertafel ist hier ein perfektes Einrichtungsstück. Sie kann ruhig sehr niedrig aufgehängt werden. Die Kinder können dann auf einem Sitzkissen Platz nehmen und ihrer Phantasie freien Lauf lassen. 

Eine weitere interessante Einrichtungsidee ist eine Magnetwand. Streichen Sie die Wand mit einer Grundierung aus Magnetfarbe. Über die Grundierung können Sie jetzt eine hübsche, helle Dekofarbe aufbringen.   

Dadurch verwandeln Sie die unattraktive Schräge in eine riesige, kreative Wand. Die Kinder können hier malen, Buchstaben üben oder Magnete anbringen. Diese Lösung ist nicht nur platzsparend, sondern macht die Schräge zu einem zentralen, interaktiven und farbenfrohen Element des Zimmers, das sich ständig verändert. Denken Sie daran, dass die Kinder im Liegen oder Sitzen malen – stellen Sie also sicher, dass die Fläche nicht zugestellt ist.

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